Zur Begrüßung keine Motoren, sondern das unverkennbare Geräusch von Luftblasen, die an die Oberfläche steigen. Dann fängt die Kamera die Familie Schumacher ein bei einem Tauchausflug. Vater Michael, Mutter Corinna, Sohn Mick und Tochter Gina mit unterwasserwehenden Haaren. Über einem Korallenriff kreist eine Schildkröte, Michael Schumacher probiert den Griff an ihre rechte Hinterflosse, die Schildkröte ist schneller. So geht es los. Und damit ist gleich in der Ouvertüre zweierlei klargestellt. Die Dokumentation Schumacher ist nicht bloß eine Geschichte über den siebenmaligen Weltmeister der Formel 1. Sie ist eine Familiengeschichte. Und die Filmemacher werden nicht nur Bilder zeigen. Sie werden Bilder sprechen lassen an den Stellen, an denen die Schumachers weiter schweigen.

Ein Rennfahrer ist abgetaucht. Verschwunden. Von einer Sekunde zur nächsten. Als hätte er die Luft aus seinem Jacket geblasen, um sich von seinem Bleigurt in die Tiefe ziehen zu lassen. So wirkt es zumindest auf die Menschen, die oben im Boot sitzen und die Meeresoberfläche absuchen nach Michael Schumacher. Aus einer Neugierde, die immer ein bisschen den Voyeurismus streift. Weil die Menschen auch Jahre nach Schumachers folgenschwerem Sturz im Dezember 2013 noch immer nicht den Zynismus des Weltenlaufs begreifen wollen. Wie kann einer erst jahrelang quick unversehrt den gefährlichsten Sport der Welt ausüben, um dann bei der Allerweltsbeschäftigung Skifahren ein Schädel-Hirn-Trauma zu erleiden? Als exzellenter Skifahrer. Mit Helm. “Ich habe nie dem lieben Gott einen Vorwurf gemacht, warum das jetzt passiert ist. Es conflict einfach richtig Pech”, sagt Corinna Schumacher. “Mehr Pech kann man im Leben nicht haben.”

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Wie geht es ihm? Kann er gehen? Kann er sich bewegen? Wer sich von der Dokumentation, die ab dem 15. September auf Netflix zu sehen ist, Antworten auf diese Fragen erhofft, der wird enttäuscht. Denn das conflict auch die Bedingung der Schumachers, als sie darin eingewilligt haben, die Zugbrücke an ihrem Anwesen in Gland am Genfer See herunterzulassen, um die Regisseure Hanns-Bruno Kammertöns, Vanessa Nöcker und Michael Wech einzulassen. Wer sich aber emotional einlässt auf diese auch handwerklich exzellente Dokumentation, der erhält etwas viel Wertvolleres: ein Verständnis dafür, warum die Schumachers eine Festung errichtet haben um Vater Michael und sie bis heute von niemandem schleifen lassen. “Wir versuchen in unserer Familie das weiterzuführen, wie Michael das gerne gehabt hat”, sagt Corinna Schumacher. Sie ist die heimliche Protagonistin des Movies. Bescheiden, humorvoll, nahbar. Mit der Kraft einer Bärin erzählt sie ungeheuerlich Persönliches von ihrem Mann: “Privat ist privat, wie er immer gesagt hat. Michael hat uns immer beschützt. Und jetzt beschützen wir Michael.”

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Wie zum Beweis sieht man in einer der Szenen, wie Schumacher zu Beginn seiner Weltkarriere hastig durch das Fahrerlager schreitet. Kameras und Mikrofone bilden ein Spalier, Schumacher blickt hin und her wie eine Antilope auf der Flucht vor einem Rudel Löwen. Dazu erklingt seine Stimme aus dem Off: “Als ich gestartet bin, habe ich gesagt: Macht keinen Star aus mir, hebt mich nicht so hoch. Ich will das nicht!” Er wollte einfach nur rennfahren. Und wenn er gerade keine Rennen fuhr, dann wollte er Ruhe. Sich zurückziehen.

112 Minuten “Schumacher” werden intestine genutzt, um nachzuzeichnen, dass es der Sohn eines Kaminbauers aus Kerpen-Manheim selbst conflict, der einen Star aus sich machte. Die Filmemacher haben hierzu Fahrerkollegen und Wegbegleiter Schumachers befragt, in den Archiven der Formel 1 in London gewühlt und in denen der Familie. Dort fanden sie etwa Bewegtbilder eines schlaksigen 15-Jährigen, der sich nach der Mode der Zeit sein T-Shirt in die Denims steckt und sich auf dem Podest über den Gewinn von 696 Mark freut. Der junge Kart-Meister erzählt, dass er sich die Reifen wieder aus dem Müll gefischt hat, die andere Fahrer weggeschmissen haben. “Ich conflict immer froh darüber, dass ich mit dem schlechtesten Materials gewonnen habe, nie mit dem besten”, sagt er. Der langjährige Supervisor Willi Weber darf neben ein paar Plattitüden (“Michael ist vom Sternzeichen Steinbock. Und Steinbockmänner….”) auch Hörenswertes vortragen: Wie er am Vorabend von Schumachers Formel-1-Debüt in Spa noch mit ihm Pizza essen conflict. “Der Platz conflict voll mit 400, 500 Menschen und keiner hat uns angesprochen. Das conflict das letzte Mal, dass uns niemand angesprochen hat.”

Gestreift werden auch Schumachers düstere Tips auf dem Weg an die Spitze aller Bestenlisten seines Sports activities. Seinen vorsätzlichen Rempler gegen Damon Hill in Adelaide 1994 darf der Brite 27 Jahre später süffisant selbst kommentieren. Schumachers Rammstoß 1997 gegen Jacques Villeneuve in Jerez, für den er aus der WM-Wertung ausgeschlossen wurde, ordnet der ehemalige Fahrer Mark Webber knallhart ein als “paranoiden Sinn für Perfektion”. Letztlich sei Schumacher nur gegen sich selbst gefahren. “Er hat sich immer gefragt: Wie zerstöre ich die Konkurrenz?”

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Viel Zeit widmen die Autoren dem 1. Mai 1994. Der Tag, an dem Ayrton Senna starb, machte Schumacher im Jahr seines ersten Titelgewinns zur Nummer eins der Formel 1. Senna musste in Imola vor Schumacher durchs Ziel fahren, um sich eine realistische Probability auf die Weltmeisterschaft zu wahren. Die Dokumentation bedient sich dem Blick des Jägers. Schumachers Bordkamera zeigt, wie Senna versuchte, vor ihm zu fliehen. Vor der Tamburello-Kurve schlagen Funken zwischen seinem Williams und dem Asphalt. Man sieht, wie Schumacher stoppt und aussteigt. Dann Senna, wie er nicht mehr aussteigen kann. Ein Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus. Das Rennen wird wieder gestartet, Schumacher gewinnt. Kurz vor der Podiumszeremonie erfährt er, dass Senna im Koma liegt. Kein Champagner, kein Jubel. Aber die Hymne läuft trotzdem.

Als er Stunden nach dem Rennen hört, dass Senna den Kampf verloren hat, so erzählt es Schumacher, da habe er das nicht wahrhaben wollen. “Ich konnte nicht glauben, dass er tot ist. Ich dachte nur, er wird wieder Champion sein. Er verpasst vielleicht ein, zwei Rennen, dann kommt er wieder zurück.” Dann kommt er wieder zurück. Schumacher reflektiert über Senna. Aber so wie die Szene von den Autoren arrangiert ist, richtet er die Wünsche auch an den heute 52-jährigen Rekonvaleszenten in Gland.

Als sich die Erzählung dem Tag von Schumachers Unglückstag in Méribel nähert, zieht sie sich wieder zurück ins Symbolhafte. Die Idee von Regisseurin Nöcker sei gewesen, in den persönlichen Momenten “vom reportageartigen Stil ganz wegzugehen und mit starken, großen Bildern anzudeuten”, sagt Produzent Benjamin Seikel. Nun additionally schneebedeckte Gipfel, der Schatten einer Gondel. Dann ein Satz von Corinna Schumacher, schwer wie Blei. Noch am Morgen habe ihr Mann vorgeschlagen: “Der Schnee ist nicht optimum, wir könnten ja nach Dubai fliegen.”

Am Ende der Tauchsequenz rast der Zuschauer mit an Bord von Schumachers Ferrari. Es ist düster, man sieht so intestine wie nichts. Der Rennwagen schießt durch den Tunnel unter dem Fairmont Resort in Monte Carlo, für Rennfahrer ist er eine der härtesten Prüfungen überhaupt. Mit 290 km/h geht es hinein in die Finsternis, die Pupillen werden geweitet. Dann brettert Schumacher am anderen Ende wieder raus, das Sonnenlicht blendet. Der Tunnel ist eine Chiffre der Hoffnung. Wie sagt Corinna Schumacher im Movie Schumacher, der eigentlich “Die Schumachers” heißen müsste? “Jeder vermisst Michael. Aber Michael ist ja da. Anders, aber er ist da. Wir leben zu Hause zusammen, wir therapieren. Wir machen alles, damit es Michael besser geht und intestine geht.”

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