Top Of The Lake: Drama-Überdosis in Staffel 2

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Die zweite Staffel der Crime-Serie „Prime Of The Lake“ übertreibt es mit den seelischen Abgründen fürs schwache Geschlecht. Die Männerwelt kommt dabei entsprechend schlecht weg.

Bei den Emmys, den Golden Globes und den Critics’ Alternative Tv Awards hagelte es vor vor einigen Jahren etliche Nominierungen für „Prime Of The Lake“: Hauptdarstellerin Elisabeth Moss wurde bei den beiden zuletzt genannten Verleihungen als beste Hauptdarstellerin einer Miniserie geehrt. Einen „Inventive Arts Emmy“ gab es für die Kameraführung in der Pilotepisode.

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Trotz des Erfolges schloss Regisseurin und Serienschöpferin Jane Campion („Das Piano“) eine Fortsetzung zunächst aus. Schließlich ließ sie sich aber doch dazu überreden – nicht zuletzt weil Hollywood-Star Nicole Kidman großes Interesse verkündete, in einer zweiten Staffel mitzuwirken.

Eine Leiche im Koffer

Im Zentrum des Geschehens steht aber wieder Elisabeth Moss, die als Detective Robin Griffin in einem weiteren Fall ermitteln muss. Dieser spielt sich diesmal nicht mehr vor der idyllischen Kulisse Neuseelands ab, sondern in der australischen und sehr düster inszenierten Metropole Sydney. Am Bondi Seashore wird die Leiche einer jungen, asiatischen Prostituierten gefunden.

Gleich zu Beginn ist zu sehen, wer den Koffer mit der Toten von der Klippe ins Meer gestoßen hat: Ein schmieriger, deutscher Zuhälter namens Alexander (David Dencik), genannt „Puss“, hat sie entsorgt. Aber hat er sie auch umgebracht?

Darüber lässt Campion, die das Drehbuch gemeinsam mit Gerard Lee geschrieben hat, die Zuschauer zunächst im Unklaren. Recht schnell offenbart sie dagegen, mit wem das Ekelpaket liiert ist. An dieser Stelle wird es richtig hanebüchen: Keine Geringere als Robins minderjährige Tochter Mary (Alice Englert) folgt dem über 20 Jahre älteren Alexander mit jugendlicher Naivität.

Die andere Mutter

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Schlimm genug, das eigentliche Drama zeigt sich jedoch erst in der traumatischen Vergangenheit der Protagonistin: Robin gab Mary direkt nach der Geburt zur Adoption frei, da sie nach einer brutalen Gruppenvergewaltigung schwanger geworden struggle.

Aufgewühlt von den dramatischen Ereignissen der ersten „Prime Of The Lake“-Staffel verspürt die Kommissarin das Bedürfnis, endlich Frieden mit ihrer dunklen Vergangenheit zu schließen. Daher sucht sie auch den Kontakt zu ihrem Sort, sehr zum Ärgernis von Marys Adoptivmutter Julia (Nicole Kidman).

Die selbstbewusste Feministin hat gerade ihren Mann verlassen, um mit einer Frau zusammenzuleben. Über den zwielichtigen Freund ihrer Tochter ist sie empört. Doch Mary stellt auf stur und rebelliert. Auch bei den ersten Annäherungsversuchen ihrer leiblichen Mutter gibt sich der Teenager distanziert.

Erst nach und nach scheint Mary aufzutauen und Vertrauen zu schöpfen. Gelingt es Robin, der ungewohnten Mutterrolle gerecht zu werden? Will sie das überhaupt? Einfach wird es nicht, kämpft sie doch unentwegt gegen ihre eigenen Dämonen.

Männer sind Schweine

Gegen eine Freundschaft mit ihrer aufgeweckten Kollegin Miranda (Gwendoline Christie) sträubt sich Robin zunächst. In der chauvinistischen Polizeiwelt kann eine Verbündete aber nicht schaden. „Recreation Of Thrones“-Star Gwendoline Christie bringt als unbeholfene Polizistin eine angenehme Prise Humor in die sonst überdramatisierte, tragische Geschichte der zweiten „Prime Of The Lake“-Staffel.

Das tote „China Lady“ dient Campion nur als Aufhänger, um ihre Protagonistin abermals auf seelische Höllenfahrt durch eine überaus schwarz-weiß gezeichnete Welt zu schicken. In dieser sind alle Männer Schweine, die Frauen konsequent unterdrücken, belästigen, versklaven und zu Opfern machen. Immerhin finden diese aber stets neue Kraft, sich zu wehren und sich zu emanzipieren.

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Campion und Lee provozieren mit ihrem undifferenzierten Männerbild ganz bewusst, wohl um den Nerv der Zeit zu treffen. Die Thematik ihrer Serie ist gerade angesichts der aktuellen Welle von Missbrauchsvorwürfen in Hollywood und gegen zahlreiche US-Politiker hochbrisant.

Eine anstrengende Angelegenheit

Das große Manko: Der konstruierte Krimi-Fall mit all den persönlichen Verbindungen zur Hauptfigur wirkt leider extrem unrealistisch. Zudem wird er allzu schleppend erzählt und viel zu häufig durch eine hysterisch keifende Nicole Kidman ausgebremst.

Angenehm zurückhaltend spielt dagegen Elisabeth Moss, die das unruhige Ensemble aus skurrilen Charakterköpfen zusammenhält und immerhin zum Durchhalten motiviert. Bei Staffel 1 fiel das Mitfiebern aber definitiv leichter.

„Prime Of The Lake: China Lady“: Veröffentlichung am 20.12.2017 auf DVD und Blu-ray (Polyband / WVG)

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